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Die Klimakonferenz in Kopenhagen ist zu Ende. Im Rückblick muss ich feststellen: Es war anstrengend, es war kalt und es war eine wahre Achterbahnfahrt! Klimakonferenzen sind traditionell Schauplätze großer Gefühle und oftmals ist es bereits zu einem „Showdown“ am letzten Tag der Konferenz, im Morgengrauen gekommen. Doch Kopenhagen („COP15“, wie diese Konferenz im UN-Jargon genannt wird) hat diesen Erfahrungen noch einmal eine neue Dimension hinzugefügt.
Selten hat man sich so lange mit prozeduralen Diskussionen aufgehalten, selten wurden so viele Sitzungen abgebrochen oder verschoben, selten brummten die Gänge derart vor Gerüchten und selten hat es ein solchen Chaos in der Organisation gegeben – aber Kopenhagen war halt auch die bisher größte Klimakonferenz. Im Ergebnis hat sich dies allerdings nicht widergespiegelt.
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Die Dramatik war diesmal wirklich kaum zu überbieten: So soll Obama ein Treffen Brasiliens, Chinas und Indiens regelrecht „gestürmt“ haben, um noch vor seinem Abflug ein Ergebnis zu erreichen. Dann hieß es, man habe sich in einer Gruppe von 30 Staaten auf einen Minimalkompromiss geeinigt – der allerdings wenig mehr enthielt als den Hinweis auf das 2-Grad-Ziel, sprich die Absicht, die globale Durchschnittstemperatur um nicht mehr als 2 Grad Celsius ansteigen zu lassen. Allerdings sah es so aus, als würde auch dieses Papier das Morgengrauen nicht überstehen. Nochmals wurde die Plenarsitzung unterbrochen, nachdem teils böse Worte fielen, bis sich die Konferenz dann darauf einigen konnte, diesen Text offiziell „zur Kenntnis zu nehmen“ - allerdings auch nicht mehr. Dieses Ergebnis ist ein Schlag ins Gesicht der Welt!
Es werden in den kommenden Tagen noch viele Auslegungen des Ergebnisses diskutiert werden. Fest steht: Wir werden uns spätestens im nächsten Jahr in Mexiko noch einmal treffen. Entgegen unserer Hoffnungen war auch Kopenhagen nur Zwischenhalt auf dem Weg zu einem neuen – und rechtsverbindlichen - weltweiten Klimaabkommen.
Rückblickend wäre es vielleicht besser gewesen, diese wichtige Klimakonferenz – wie eigentlich geplant - in einem Entwicklungsland stattfinden zu lassen. Dann hätte es vielleicht kein derart großes Misstrauen in die Verhandlungsführung gegeben, die ja jeweils vom Gastgeber übernommen wird.
Überhaupt: Vielleicht ist die Art des Verhandelns, wie wir sie auf UN-Klimakonferenzen betreiben, nicht länger die richtige? Vielleicht brauchen wir direktere Verhandlungen. Immer wieder kommen Vorwürfe der Intransparenz auf. Nicht jeder kann mit am Tisch sitzen – doch fühlen sich Viele dann ausgeschlossen. Oftmals werden nur ungenügend festgelegte Positionen nicht gut vertreten. Dies schafft Missverständnisse. Jedoch ist die Frage, ob der politische Willen da ist, dies wirklich fundamental zu ändern.
Was ich zudem als grundlegende Erkenntnis mit nach Hause nehme: Dass die Arbeit des Europäischen Parlaments, das immer wieder mit seinen Partnern in der Welt von Angesicht zu Angesicht gesprochen hat, von größter Wichtigkeit ist. Wir müssen mehr Vertrauen schaffen! Nur so können wir wirklich erfolgreich sein.
Weiterführende Informationen: www.karl-heinz-florenz.de
